Die E-Mail, mit der alles begann
Vor ein paar Monaten bekamen wir ein Briefing von einem potenziellen Kunden. Die gesamte Nachricht lautete: "Wir brauchen eine Website. Modernes Design. Was kostet das?"
Wir kennen das. Wir alle kennen das. Und die Wahrheit ist: Wir können auf diese Frage keine sinnvolle Antwort geben. Nicht weil wir schwierig sind, sondern weil "eine Website" alles bedeuten kann — von einer einseitigen Broschüre bis hin zu einer vollständigen E-Commerce-Plattform mit Mehrwährungs-Unterstützung.
Diese eine E-Mail führte zu drei Wochen Hin und Her, bevor wir überhaupt ein klares Bild davon hatten, was der Kunde brauchte.
Schritt 1: Kennen Sie Ihr "Warum" vor Ihrem "Was"
Bevor Sie über Features nachdenken, fragen Sie sich: Warum gibt es dieses Projekt?
"Wir brauchen eine neue Website" ist kein Grund. Das hier sind Gründe:
- "Unsere aktuelle Seite lädt 8 Sekunden und wir verlieren Mobile-Kunden"
- "Wir launchen eine neue Produktlinie und unsere bestehende Seite kann das nicht abbilden"
- "Wettbewerber in unserem Bereich sehen alle besser aus als wir — wir verlieren Glaubwürdigkeit"
- "Wir verbringen 4 Stunden pro Woche mit manuellen Prozessen, die automatisiert werden sollten"
Wenn Sie das Warum teilen, kann Ihre Agentur Lösungen vorschlagen, an die Sie nicht gedacht haben.
Schritt 2: Definieren Sie Ihre Zielgruppe (konkret)
"Alle" ist keine Zielgruppe. Je spezifischer Sie sein können, desto bessere Entscheidungen können wir über Design, Inhalte und technische Architektur treffen.
Gute Beispiele:
- "B2B-Einkaufsmanager in der DACH-Region, 35-55 Jahre, die Lieferanten aktuell per Telefon vergleichen"
- "Junge Eltern in urbanen Gebieten, die Bio-Babyprodukte suchen, hauptsächlich mobil"
- "Bestandskunden, die ein Self-Service-Portal zur Verwaltung ihrer Abonnements brauchen"
Schritt 3: Bringen Sie Beispiele mit (und erklären Sie warum)
"Ich will, dass es wie Apples Website aussieht" — das hören wir oft. Und es sagt uns fast nichts.
Was wirklich hilft:
- "Mir gefällt die Preisseite dieses Wettbewerbers, weil sie sehr klar ist" → Sie schätzen Transparenz
- "Die Farbpalette dieser Marke passt zu unserer Branche" → Sie haben eine visuelle Richtung
- "Ich hasse diese Website, weil ich das Kontaktformular nie finde" → Ihnen ist Navigation wichtig
Screenshots mit Anmerkungen sind mehr wert als Absätze voller Beschreibung.
Schritt 4: Seien Sie ehrlich beim Budget
Niemand redet gerne darüber. Aber hier ist die Realität: Wenn wir Ihr Budget kennen, berechnen wir nicht mehr — wir können Ihnen sagen, was möglich ist.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen:
- 5.000 € → Sauberer, professioneller One-Pager mit Kontaktformular
- 15.000 € → Mehrsprachige Website mit CMS und SEO-Optimierung
- 40.000 €+ → Individuelle Webanwendung mit Benutzerkonten und Integrationen
Ein Bereich reicht. "Zwischen 10.000 € und 20.000 €" gibt uns alles, was wir brauchen.
Schritt 5: Zeitplan — Klartext
"So schnell wie möglich" ist kein Zeitplan.
Was tatsächlich hilft:
- "Wir launchen das Produkt am 15. September, die Seite muss am 1. September live sein"
- "Es gibt keine harte Deadline, aber wir hätten gerne etwas bis Q4"
- "Wir haben am 20. März eine Messe und brauchen mindestens die Landingpage bis dahin"
Schritt 6: Content-Bereitschaft
Das überrascht die meisten Kunden: Content ist fast immer der Engpass.
Die häufigste Ursache für Projektverzögerungen ist nicht der Code — es ist das Warten auf Texte, Bilder und Produktdaten. Wenn Sie bereits mitbringen:
- Ihre Unternehmensbeschreibung
- Eine grobe Seitenübersicht
- Hochwertige Fotos oder einen Fotografieplan
- Produktdaten (bei E-Commerce)
...verkürzen Sie den Zeitplan um Wochen.
Das ideale erste Meeting
Wenn ein Kunde vorbereitet kommt, geht das erste Meeting von "Was brauchen Sie?" zu "So würden wir das umsetzen." In 60 Minuten können wir:
- Umfang und Prioritäten bestätigen
- Technische Anforderungen identifizieren
- Eine Schätzung geben
- Einen Zeitplan vorschlagen
- Nächste Schritte vereinbaren
Kein Hin und Her. Einfach Klarheit.
Es geht nicht um Perfektion
Sie brauchen kein 40-seitiges Pflichtenheft. Sie müssen den Tech-Stack nicht kennen.
Sie müssen wissen, welches Problem Sie lösen, für wen Sie es lösen, und ungefähr wie viel Sie investieren möchten. Den Rest übernehmen wir.
Dafür engagieren Sie uns ja.